Gebäude aus zwei Perspektiven erfassen
Laserscanner und Vermessungsdrohne ergänzen sich bei der digitalen Bestandsaufnahme. Das Video stellt die Kombination beider Verfahren vor. Die folgende Erklärung ordnet ein, welchen Beitrag terrestrisches Laserscanning und drohnengestützte Photogrammetrie leisten und wie daraus eine gemeinsame Datengrundlage für die Planung entsteht.
Für Architekturbüros, Ingenieure und Bauherren ist entscheidend, ob die benötigten Gebäudebereiche zuverlässig dokumentiert sind. Dachflächen, obere Fassaden und verwinkelte Innenräume stellen unterschiedliche Anforderungen an die Aufnahme. Deshalb stimmen wir die Messverfahren auf das Gebäude und die spätere Nutzung der Daten ab.
Was liefert der Laserscanner?
Terrestrisches 3D-Laserscanning erfasst die vom jeweiligen Scannerstandpunkt sichtbaren Oberflächen als Messpunkte. Mehrere Standpunkte erschließen Räume, Fassaden und konstruktive Details aus verschiedenen Richtungen. Bei der Registrierung werden die einzelnen Scans räumlich zusammengeführt und ihre Übereinstimmung geprüft.
Der Scanner kann nicht durch Bauteile hindurchsehen. Hinter Einbauten, an verdeckten Flächen oder auf vom Boden nicht einsehbaren Dächern bleiben daher gegebenenfalls Lücken. Zusätzliche Standpunkte und ergänzende Aufnahmemethoden werden gezielt dort eingeplant, wo sie für die vereinbarte Aufgabe erforderlich sind.
Wie ergänzt die Drohnenvermessung die Aufnahme?
Eine Vermessungsdrohne liefert überlappende Bilder aus der Luft. Daraus entstehen durch photogrammetrische Auswertung räumliche Daten. So können Dachlandschaften und geeignete Außenbereiche erfasst werden, die terrestrisch nur eingeschränkt sichtbar sind. Abhängig vom Auftrag kommen auch Orthobilder oder Oberflächenmodelle als Ergebnisse infrage.
Die erreichbare Qualität hängt unter anderem von Bildauflösung, Aufnahmeabstand, Überlappung, Oberflächenbeschaffenheit und geometrischer Kontrolle ab. Glas, spiegelnde Flächen, Bewuchs und verdeckte Bauteile können beide Verfahren begrenzen. Auch eine kombinierte Aufnahme ist deshalb keine pauschale Zusage einer lückenlosen Gebäudeerfassung.
Zwei Punktwolken kontrolliert zusammenführen
Laserscandaten und photogrammetrische Daten werden zunächst entsprechend ihrem Aufnahmeverfahren ausgewertet. Anschließend werden sie in ein gemeinsames Koordinatensystem gebracht. Dafür müssen Bezug, Maßstab und räumliche Lage zusammenpassen. In überlappenden Bereichen lassen sich Abweichungen erkennen und die Zusammenführung überprüfen.
Einfaches Übereinanderlegen genügt nicht: Die Registrierung und Qualitätskontrolle entscheiden darüber, ob die kombinierte Punktwolke für die geplante Weiterbearbeitung geeignet ist. Die Erfassung, Fusion und Bearbeitung von Punktwolken erläutern wir auf der zugehörigen Leistungsseite.
Von der Punktwolke zum Bestandsmodell und zu Plänen
Die registrierte Punktwolke dokumentiert die erfasste Geometrie. Sie ist noch kein bauteilorientiertes BIM-Modell. Wenn Modellierung beauftragt ist, wird daraus ein 3D-Bestandsmodell in Revit oder ArchiCAD erstellt. Grundrisse, Schnitte und Ansichten werden anschließend aus diesem Modell abgeleitet.
Bei einer reinen Punktwolkenbeauftragung erhalten Sie die aufbereiteten Messdaten. Umfang, Genauigkeitsanforderungen, Koordinatenbezug und Ausgabeformate werden vorab abgestimmt. Je nach Aufgabe kommen beispielsweise E57, RCP/RCS oder LGSx infrage; Modell- und Planformate werden bei entsprechender Beauftragung gesondert vereinbart.
Wann lohnt sich die Kombination?
- Bei Bestandsgebäuden mit schwer einsehbaren Dachflächen und oberen Fassaden.
- Bei Umbau und Sanierung, wenn Innen- und Außengeometrie gemeinsam benötigt werden.
- Bei größeren Gebäudekomplexen mit unterschiedlichen Aufnahmebedingungen.
- Wenn eine abgestimmte geometrische Grundlage für CAD- oder BIM-Planung benötigt wird.
Ein passendes Praxisbeispiel ist die Gebäudevermessung in Bonn. Weitere Informationen finden Sie unter Drohnenvermessung und 3D-Laserscanning.
Was benötigen wir für Ihre Anfrage?
Nennen Sie uns Standort, Gebäudeart, ungefähre Größe und Planungsziel. Hilfreich sind vorhandene Pläne, Fotos sowie Angaben zu Zugänglichkeit und gewünschten Ergebnissen. Darauf aufbauend lässt sich klären, welche Kombination der Aufnahmeverfahren für Ihr Projekt sinnvoll ist.